Störungsbilder der Logopädie:

Die Logopädie beschäftigt sich mit Menschen, die in ihrer verbalen oder nonverbalen Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind. Aufgabe eines Logopäden ist es, durch eine gezielte Behandlung, die Kommunikationsfähigkeit von Patienten aller Alterstufen aufzubauen, zu verbessern oder wieder herzustellen.

 

Sprachentwicklungsstörung

Definition:
Sprachentwicklungsstörungen sind Störungen, die im Verlauf des Spracherwerbs auftreten. Das bedeutet, dass sowohl Fehlbildungen von Lauten und Lautverbindungen (Aussprachestörungen, u.a. phonologische Störungen), Schwierigkeiten im Bereich der Grammatik (Dysgrammatismus), als auch Probleme im Bereich des Wortschatzes und der Wortfindung (semantisch-lexikalische Störungen) in diesen Bereich fallen. Sprachentwicklungsstörungen können sowohl spezifisch sein, d.h. die sonstige Entwicklung ist unauffällig, oder auch unspezifisch, aufgrund von anderen Grunderkrankungen (Hörstörung, Down-Syndrom, Autismus, etc.) auftreten.

Symptome:

  • Hat Ihr Kind ein eingeschränktes Sprachverständnis, so kann es gesprochene Sprache nicht oder nur teilweise verstehen, selbst wenn sein Gehör völlig in Ordnung ist.
  • Einen eingeschränkten Wortschatz erkennen Sie daran, dass das Kind deutlich weniger Wörter als gleichaltrige Kinder beherrscht.
  • Eine fehlerhafte Aussprache liegt vor, wenn das Kind bestimmte Laute nicht richtig bilden kann und sie daher ersetzt oder auslässt (statt "Frau" sagt es "Flau" oder "Fau").
  • Bei einer fehlerhaften Grammatik bildet das Kind unvollständige Sätze ("Mama Küche"), baut Sätze falsch auf ("Lilli Kuchen gerne mag") oder hat Probleme mit verschiedenen Wortformen ("Da ist die Ball!").
Auditive Teilleistungsschwächen

Definition:
Unter der Diagnose einer Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) wird eine Vielzahl zentraler Hörbeeinträchtigungen in individuell sehr variabler Ausprägungsform zusammen gefasst. Hierzu zählen beispielsweise eine eingeschränkte Hörmerkspanne oder die Schwierigkeit klangähnliche Laute oder Wörter sicher unterscheiden und korrekt nachsprechen zu können. Während mit Schwerhörigkeit überwiegend eine Störung von Mittel- oder Innenohr gemeint ist, ist hier von einer Beeinträchtigung der weiteren Informationsverarbeitung im Gehirn bei vorhandenem Informationszufluss durch das Ohr auszugehen.

Leitsymptome:

  • Schwierigkeiten in der auditiven Figur- Grund- Differenzierung (Störschall- Nutzschalldiskrimination)
  • Probleme in der auditiven Differenzierung (Unterscheiden ähnlicher Laute)
  • Schwierigkeiten im auditiven Gedächtnis (Kinder können sich gesagte Dinge nicht merken und diese dadurch auch nicht wiedergeben)
Stimmstörungen

Definition:
Eine Stimmstörung (Dysphonie) äussert sich im Wesentlichen durch eine eingeschränkte stimmliche Leistungsfähigkeit verbunden mit Veränderungen des Stimmklanges im Sinne einer Heiserkeit.

  • Funktionelle Stimmstörungen: Störung der Kehlkopffunktion ohne Vorliegen primär organischer Veränderungen, bedingt durch zu starke stimmliche Anstrengung, gewohnheitsbedingt oder auch psychogen bedingt.
  • Organische Stimmstörungen: Die Stimmerkrankung basiert auf einer organischen Veränderung des Kehlkopfes wie Entzündungen / Tumoren oder Stimmlippenlähmungen.

Leitsymptome:

  • Veränderung des Stimmklangs (heiser, rau, gepresst, klangarm, verhaucht, knarrend)
  • Eingeschränkte stimmliche Belastung (Lautstärke, Dauer)
  • Reduzierter Tonumfang der Stimme
  • Schmerzen, Missempfindungen, Fremdkörpergefühl (Globusgefühl)
  • Verschiebung der Sprechstimmlage (meist erhöht)
  • Veränderung von Atmung und Muskeltonus
Aphasie

Definition:
Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch hirnorganische Schädigung entsteht. Sie tritt nach dem abgeschlossenen Erwerb der Muttersprache auf. Alle Komponenten des Sprachsystems (Lautstruktur, Wortschatz, Satzbau, Bedeutungsinhalte) können beeinträchtigt sein. Die Störungen erstrecken sich auf alle expressiven und rezeptiven sprachlichen Modalitäten, d.h. auf Sprechen und Verstehen, Lesen und Schreiben. Die einzelnen Modalitäten können unterschiedlich stark betroffen sein. DOK-Mappe aphasie suisse

Leitsymptome:
Sprachverständnis leicht bis schwer beeinträchtigt, leicht bis stark reduzierte Sprachproduktion, flüssig hervorgebrachte Sprachautomatismen, Einzelwörter, die oft neologistisch entstellt sind, sprachliche Kommunikation nahezu unmöglich, häufig überschiessende Sprachproduktion (Logorrhoe), phonematische und/oder semantische Paraphasien, Neologismen, Paragrammatismus, Kommunikationsfähigkeit stark eingeschränkt, verlangsamter Sprechfluss, Sprechanstrengung, meist schlechte Artikulation stark gestörte Prosodie, Agrammatismus / Telegrammstil, Wortfindungsstörungen.

Dysarthrophonie

Definition:
Dysarthrophonien sind Störungen der Motorik eines oder mehrerer am Sprechen beteiligter Funktionssysteme (Atmung, Phonation, Artikulation) die auf eine Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems zurückzuführen sind. Der Sprechabruf ist dabei durch Veränderungen von Kraft und Spannung, durch Koordinationsfehler und/oder pathologische Spontanbewegungen beeinträchtigt.
Cramon, Vogel, Ziegler

Leitsymptome:

Atmung:

  • inspiratorisches Sprechen (Sprechen auf Einatmung)
  • verkürzte Exspiration
  • inadäquate Einatmungspausen

Phonation:

  • gepresste, raue oder behauchte Stimmgebung
  • zu hohe bzw. zu tiefe Sprechstimmlage
  • Stimmzittern
  • Fluktuation von Tonhöhe und Lautstärke
  • Artikulation reduzierte Artikulationsschärfe
  • vorverlagerte Artikulation
  • Hyper-/Hyponasalität

Prosodie:

  • verlangsamtes bzw. beschleunigtes Sprechen
  • monotone Intonation
  • Iterationen (Silbenwiederholungen)
  • skandierender Sprechrhythmus
  • vermehrte Sprechpausen
Sprechapraxie

Definition:
Die Sprechapraxie ist eine erworbene Störung der Kontrolle von Sprechbewegungen. Sie resultiert aus einer Störung des Zugriffs auf sprechmotorische Programme oder aus einer kompletten oder teilweisen Zerstörung dieser Programme.
Ziegler, Liepold

Leitsymptome:

  • Lautentstellungen
  • Fehler sind nicht konstant
  • Artikulatorische Suchbewegungen
  • Unflüssige Sprachproduktion
  • Sprechanstrengung
Dysphagie

Definition:
Dysphagie lässt sich von griech. „phagein“ (essen) ableiten und bezeichnet die Störungen des Schluckvorganges, welche durch Erkrankungen des ZNS oder oropharyngeale Erkrankungen / Verletzungen bedingt sein können. Es wird unterschieden zwischen Dysphagie der präoralen, der oralen, der pharyngealen und der oesophagealen Phase.

Leitsymptome:

  • Räuspern/Hustenanfälle/Atemnot während dem Schlucken
  • Feucht/gurgelnd klingende Stimme nach dem Schlucken
  • Nahrungsaustritt aus der Nase oder Mund während/nach dem Essen
  • Verbleiben von Speiseresten im Mundraum
  • Reflux
  • Die reguläre Nahrungsaufnahme dauert länger als 30 Minuten
  • Fremdkörpergefühl nach dem Schlucken
  • Unkontrollierter Gewichtsverlust
Stottern

Definition:
Stottern, auch Balbuties ist eine Störung des Redeflusses, welche durch häufige Unterbrechungen des Sprechablaufs, durch Wiederholungen von Lauten und anderen Teilen eines Wortes gekennzeichnet ist.

Leitsymptome:

  • rasche Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern (auch klonisches Stottern genannt),
  • Verlängerungen von Lauten (so genannte Dehnungen),
  • stumme oder hörbare Blockaden (auch tonisches Stottern genannt).
  • Vermeidungsverhalten (Vermeidung von bestimmten Lauten, Wörtern, Situationen)
  • Erhöhte Anspannung der Sprech- oder anderer Muskulatur
  • Grimassieren
Stefanie Schmid, staatlich anerkannte Logopädin
Stefanie Schmid

Staatlich anerkannte Logopädin

mehr >

 

Miriam Stein, staatlich anerkannte Logopädin
Miriam Stein

Staatlich anerkannte Logopädin
Ernährungsberaterin ILS

mehr >

 

Johanna Wahl

Staatlich anerkannte Logopädin

mehr >

 

Eva-Maria Strobel

Staatlich anerkannte Logopädin

mehr >

 

Sara Burghaus

Bachelor of Science
Staatlich anerkannte Logopädin

mehr >

 

Jana Eibl

Bachelor of Science
Staatlich anerkannte Logopädin

mehr >